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Wasserschloss Heerse

Inmitten der geschichtsträchtigen Landschaft des Naturparks Eggegebirge im südlichen Teutoburger Wald präsentiert sich dem Besucher das malerisch gelegene Wasserschloss Heerse mit seinem vielfältigen Museumsangebot.
In dem kleinen Egge-Ort steht seit mehr als 400 Jahren das Abteigebäude des ehemaligen kaiserlichen freiweltlichen hochadeligen Damenstifts Heerse. Das Gebäude, das als Wasserschloss mit umlaufender Gräfte angelegt wurde, gehört heute dem Ehepaar Generalkonsul Manfred O. Schröder und Helga Schröder. Beide sind passionierte Jäger und Naturschützer und haben im Laufe vieler Jahre eine der größten privaten Großsäugersammlungen zusammengetragen.

Man kann hier völlig gefahrlos einem Löwen direkt ins Auge blicken oder einen Eisbären aus der Nähe bestaunen. Die große Anzahl der afrikanischen Antilopenarten zeigt die Vielfalt der Schöpfung auf besonders eindrucksvolle Weise. Den Eigentümern ist die Sensibilisierung der Besucher für naturkundliche Themen ein besonderes Anliegen, das auch Anlass war, im Schloss eine eigene Abteilung zur Jagdkultur in historischer und heutiger Sicht zu installieren.

Einen großen Teil des Hauses und einen Sonderausstellungsbereich im Torhaus nehmen die ethnographischen Exponate ein. Generalkonsul Schröder, der seit über 40 Jahren für das westafrikanische Land Ghana tätig ist, hat auf vielen Reisen, die er dienstlich und privat unternommen hat, Gegenstände und Objekte aus allen Ländern der Erde erworben und stellt diese nun zum Erkenntnisgewinn für die Betrachter hier aus. Goldstaubgewichte und die Kente-Weberei der Ashanti zeigen traditionelle Eigenheiten dieses Volkes.
Sie vermitteln zusammen mit vielen weiteren Objekten afrikanischer Kunst wie Masken und Ahnenfiguren Einsichten in die kulturelle Vielfalt der Welt als Grundlage für jede Verständigung zwischen den Völkern. Auch die entlegensten Regionen haben die Schröders besucht wie Vanuatu, Pitcairn Island, Papua Neu-Guinea, Fidschi oder die Osterinseln und lassen die Besucher durch die liebevoll dekorierten Ausstellungsstücke ihren Erfahrungen teilhaben.

Von den etwa 20.000 Exponaten stehen mehrere tausend in der Abteilung "Gesamtdeutsches Heimatmuseum". Hier wird man anhand von Gegenständen der Land- und Hauswirtschaft sowie des Handwerks in die ersten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt.

Im Außenbereich heißen unter anderem ein westkanadischer Totempfahl, eine Elefantengruppe aus Granit und viele in Asien gegossene Wildtiere aus Bronze die Besucher willkommen. Zur vollen und halben Stunde erklingt das preußische Glockenspiel – eine Nachbildung des Potsdamer Glockenspiels – der zerstörten Garnisonskirche, in dessen Schatten am 3. Oktober im Preußenjahr 2001 eine Büste Friedrichs des Großen aufgestellt und feierlich enthüllt wurde.

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