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Urlaubsregion Leipzig & Nordwest-Sachsen

Urlaubsregion Leipzig und Sachsen

Tief im Osten… verstaubt nicht die Sonne, um es mit Grönemeyer zu schreiben, sondern befindet sich eine der schönsten Urlaubsregionen der gesamten Republik. Geschichte trifft hier auf Kultur und diese wiederum auf pittoreske Architektur, umringt von einer ursprünglichen, zum Wandern und Radeln einladenden Landschaft. Das ist Leipzig und die es umgebende Landschaft des nordwestlichen Teils von Sachsen.


Erklimmen Sie das Völkerschlachtendenkmal, dessen historischer Bezug den Niedergang der Napoleonischen Herrschaft über Europa markiert. Entdecken Sie im Schillerhaus, wo einer der größten Denker des deutschen Kulturkreises einen kleinen Teil seines Lebens verbrachte und in Auerbachs Keller, wo er die feuchtfröhlichen Seiten seines Studentendaseins erlebte. Sehen Sie im beschaulichen Torgau, wo der allerletzte Akt des Zweiten Weltkriegs begann, als sich hier amerikanische und sowjetische Truppen die Hände schüttelten.


Und wer erleben will, wie gelebte Renaturierung selbst größter landschaftlicher Verwerfungen durch den Abbau von Braunkohle vonstattengehen kann, der findet im Leipziger Neuseenland die passende Antwort in Form von nicht weniger als 23 zu Seen gewordenen Ex-Tagebaulöchern zwischen Leipzig und dem Sachsen-Anhaltischen Bitterfeld. Als Ausgangspunkt für eine solche Reise durch Deutschlands wildromantischen Osten empfiehlt sich das Meininger Hotel am Hauptbahnhof Leipzig. Nicht nur, weil es durch seine zentrale Lage ideal ist, um seine Touren durch Stadt und Umland per Nahverkehr zu bestreiten, sondern weil das frisch renovierte Hotel sich mit seinen Preisen besonders auf Familien und Reisegruppen fokussiert hat – und weil der Leipziger Hauptbahnhof in seiner Rolle als größter Kopfbahnhof Europas schon für sich eine ganz eigene Attraktion ist.
 

Das Völkerschlachtendenkmal


Vom 16. bis 19. Oktober 1813 tobte um Leipzig die Völkerschlacht. Nicht irgendeine Schlacht, sondern der wichtigste Akt der sogenannten Befreiungskriege. Russische, schwedische, preußische und österreichische Truppen stellten hier die sich nach ihrem verlorenen Russlandfeldzug zurückziehenden napoleonischen Truppen. Der Kampf endete für Napoleon mit einer derartigen Niederlage, dass viele seiner Verbündeten, darunter auch das kleine Königreich Sachsen, ihm den Rücken zukehrten.


Genau 100 Jahre nach diesem Debakel wurde im Südosten Leipzigs das Völkerschlachtendenkmal errichtet. Ein 91 Meter hoher Turm vor einem extra angelegten See. Dabei handelt es sich nicht nur um „ein“ Denkmal, sondern Leipzigs mutmaßlich wichtigstes Wahrzeichen. Das vor einigen Jahren kernsanierte, von zahlreichen architektonischen Feinheiten verzierte Gebäude aus Granitporphyr-Gestein zieht jährlich zehntausende Besucher an und sollte für jeden Besuch der Region an zentraler Stelle stehen.
 

Das Neuseenland


Zu Zeiten der DDR war das Gebiet nördlich von Leipzig zentraler Dreh- und Angelpunkt der Stromversorgung des Landes. Denn hier lag die begehrte Braunkohle unter der Scholle. Und wie bekannt ist, wird diese im Tagebau abgebaut. Das führte dazu, dass diese eigentlich landschaftlich reizvolle Region nach der Wende einer Mondlandschaft glich.
 

Schnell war die Entscheidung klar: Verfüllen war allein ob der Kosten undenkbar. Und brach liegen lassen wäre extreme Verschwendung. Daher wurde beschlossen, die insgesamt 23 Tagebaulöcher durch Grundwasser und externe Zuläufe natürlich zu fluten und das Areal völlig umzustrukturieren. Tatsächlich dauert dieser Prozess bis heute an, obwohl bereits viele Seen fertig-geflutet sind.
 

Gleichzeitig wurden enorme Anstrengungen unternommen, um das Gebiet touristisch attraktiv zu machen – durch Hotels, Wanderwege, großmaßstäbliche Bepflanzung der einst verwüsteten Zonen und Abraumhalden und die Integration vieler Dörfer bis zu Leipzig selbst zu einem Gesamtpaket. Und das kann sich durchaus sehen lassen. Denn nicht nur für die Bewohner der Region wurde das Neuseenland zu einem hochbeliebten Naherholungsgebiet, sondern auch für Touristen aus ganz Europa – und darunter auch viele Wassersportfans. Und das wird noch besser, weil die Seen teilweise durch Kanäle miteinander verbunden sind.
 

Der Wilde Robert


Der gesamte deutsche Zugverkehr funktioniert über Elektrizität und Diesel. Wirklich der gesamte Zugverkehr? Nein. Denn zwischen den Städten Oschatz und Glossen bzw. Kemmlitz verkehrt nach wie vor zu besonderen Anlässen der sogenannte Wilde Robert.

Dabei handelt es sich nicht wie andernorts um nur einen Zug, der noch von einer klassischen Dampflok gezogen wird. Vielmehr ist der Name ein Oberbegriff für einen gutgepflegten Fuhrpark aus drei Schmalspur-Loks, die alle noch vor dem Ersten Weltkrieg erbaut wurden
.

Schon das ist ein Leckerbissen für Technikfans, denn die Loks werden von einem eigenen Förderverein mit viel Liebe gepflegt und befinden sich im absoluten Bestzustand. Doch tatsächlich ist der Wilde Robert etwas für jegliche Couleur von Touristen – denn seine Fahrten, die streng nach Fahrplan ablaufen, führen einen durch den gesamten östlichen Teil von Nordwestsachsen. Und das in einem angenehmen Bummeltempo, sodass man die Landschaft in aller Ruhe vom Zugabteil aus genießen kann.
 

Der Auerbach’sche Keller


Auerbachs Keller. Das sollte schon all jenen ein Begriff sein, die im Deutschunterricht gut aufgepasst haben. Denn hier lag zu Johann Wolfgang von Goethes „wilder Jugendzeit“ nicht nur seine beliebteste Stammkneipe, sondern das Weinlokal war es dank zweier Holzgemälde auch, welches ihm die Inspiration für eine Schlüsselszene in seiner wichtigsten Arbeit – dem Faust – lieferte.
 

So kam es nicht nur, dass das Werk eben jene Szene namens „Auerbachs Keller in Leipzig“ enthält, sondern dass sich das Haus auch heute noch größter Beliebtheit erfreut. Nicht allzu normal für eine Gaststätte, die bereits in den späten 1530ern eingeweiht wurde und seitdem ununterbrochen im Betrieb ist.
 

Natürlich ist Auerbachs Keller schon allein wegen seiner historischen Bedeutung ein wichtiges Ausflugsziel für einen Besuch in Leipzig. Aber davon abgesehen ist es auch ein urig-gemütliches Weinlokal mit mehreren Weinstuben, einer sehr erlesenen Auswahl feiner Tropfen und einer Speisekarte voller echter Gaumengenüsse.
 

Das Städtchen Torgau


Wenn man nach der kurzen Fahrt von Leipzig nach Norden in Torgau an der Elbe ankommt, hat man nicht nur das Gefühl, „gut angekommen“ zu sein. Zwar ist die Stadt bereits wegen des erwähnten Treffens am Ende des Krieges weltbekannt. Faktisch jedoch ist sie ein Gesamtkunstwerk. Nirgendwo sonst findet man noch so viel erhaltene Bausubstanz aus der Renaissance – alles auch noch in wunderschön restauriertem Zustand.
 

Daher sollte man sich für einen Besuch nicht nur einige Stunden vornehmen, sondern Torgau vielleicht auch zu einem kleinen „Urlaub im Urlaub“ ausdehnen und zwei, drei Tage verweilen. Genügend zu sehen gibt es hier in jedem Fall.

Bildquellen:
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